Spricht man über das Thema Kompressoren ist der Begriff Dynamikumfang unumgänglich. Er beschreibt die Tatsache, daß Töne / Geräusche (erst mal im allgemeinen Sinne) stark unterschiedliche Lautstärken haben. Das leise Rauschen des Meeres an einem lauen Sommertag agiert lautstärke-mäßig definitiv auf einem anderen Niveau, als der Donner des Gewitters, das wegen der schwülen Wärme plötzlich aufkommt.

Inhalt

  1. Wozu dient ein Kompressor ?
  2. Wie arbeitet ein Kompressor?
  3. Parameter eines Kompressors
    3.1.   Threshold
    3.2.   Ratio
    3.3.   Attack
    3.4.   Release
    3.5.   Hardknee / Softknee
    3.6.   Gain
    3.7.   Stereo / Couple / Link
    3.8.   Sidechain
  4. Multibandkompressoren

 

1. Wozu dient ein Kompressor ?

Spricht man über das Thema Kompressoren ist der Begriff Dynamikumfang unumgänglich. Er beschreibt die Tatsache, daß Töne / Geräusche (erst mal im allgemeinen Sinne) stark unterschiedliche Lautstärken haben. Das leise Rauschen des Meeres an einem lauen Sommertag agiert lautstärke-mäßig definitiv auf einem anderen Niveau, als der Donner des Gewitters, das wegen der schwülen Wärme plötzlich aufkommt.

Auf das Schlagzeug gemünzt könnte man sagen : ein Becken (mit Mallets gespielt), welches gefühlvoll säuselnd im Intro einer Ballade erklingt ist leiser als ein brutal geknüppelter Heavy Metal Groove. Das Lautstärkespektrum welches mit einem Instrument erzeugbar ist (also vom leisest möglich bis hin zum lautest möglichen Ton) nennt man Dynamikumfang. Dieser ist beim Schlagzeug beachtlich.
Jegliches technische Equipment unterliegt Begrenzungen in seinem Dynamikumfang.

Ein Beispiel aus der Praxis :

Beim Livekonzert beginnt der Sänger das Stück mit sehr leisem Gesang unterlegt von einer akustischen Gitarre und Einstreuungen des Drummes mit Hot Rods. Der FOH-Techniker fährt sein Pult mit weit-hochgeschobenen Reglern, damit auch die Leute in der letzten Reihe noch was hören. Nach dem sanften Intro geht das Stück plötzlich brachial los, keine Spur mehr von Flüster Gesang oder Hot Rods. Und was macht die PA? Richtig ... übersteuern.

Das Problem ist der Dynamikumfang. Man braucht also eine Möglichkeit die Unterschiede im selbigen zu verkleiner. Die Lösung ist der Kompressor.

 

2. Wie arbeitet ein Kompressor ?

Threshold beim Kompressor
Abbildung 1. : Arbeitsweise eines Kompressors (Threshold)


Der Kompressor knickt den Lautstärkepegel eines Signals ab einer bestimmten Schwelle um einen bestimmten Wert ab (siehe Abbildung 1.). Hierdurch wird genau das oben genannte Problem behoben. Der Dynamikumfang des komprmierten Signals verringert sich.

 

3. Parameter eines Kompressors


Darstellung eines Kompressors

Abbildung 2. : mögliches Aussehen eines zweikanal Kompressors


3.1. Threshold

Der Threshold ist die Schwelle, ab der Kompressor beginnt in ein Signal einzugreifen. er wird bei Kompressoren in dB angegeben.

3.2. Ratio

Ratio ist das Verhältnis in dem das Signal nach überschreiten des Threshold komprimiert wird.

3.3. Attack

Der Attack gibt an, wie lange der Kompressor benötigt, um nach Überschreitung des Threshold mit der Kompression des Signals zu beginnen.

3.4. Release

Der Release-Wert gibt an, wie lange der Kompressor "wartet" ehe er nach Unterschreitung des Threshold das Signal auf seine ursprüngliche Dynamik (1:1) zurückgeregelt wird.

3.5. Hardknee / Softknee

Viele Kompressoren besitzen einen Taster mit dem sich zwischen diesen beiden Arten umschalten läßt. Benutzt man Softknee, wird der Übergang zwischen unkomprimiertem und komprimiertem Signal weicher gestaltet.

3.6. Gain

Der Gain regelt die Verstärkung des Signals am Ausgang des Kompressors. Man kann so die Verluste durch die Signalverarbeitung ausgleichen.

3.7. Stereo / Couple / Link

Einige Zweikanalkompressoren besitzen diesen Schalter. Er bewirkt schlicht und einfach, daß die beiden Kanäle gleichgeschaltet werden. Das heißt, daß für Kanal 2 automatisch die auf Kanal 1 eingestellten Parameter übernommen werden.

3.8. Sidechain

Der Sidechain ist ein zusätzlicher Eingang am Kompressor. Dieser liefert ihm allerdings kein Signal, welches dann durch den Kompressor verarbeitet wird, sondern bietet einem die Möglichkeit die Komprimierung des Nutzsignals durch ein externes Signal auslösen zu lassen.

 

4. Multibandkompressoren

Wie ihr Euch vorstellen könnt, kann es schnell unnatürlich klingen wenn man eine frequenzreiches Instrument einfach in seinem vollen Umfang komprimiert. Abhilfe schaffen hier die so genannten Multibandkompressoren. Sie unterteilen das zu verarbeitende Signal in mehrere (meistens 3 oder vier) Frequnzbereiche, welche sich dann separat komprimieren lassen.