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Im Folgenden möchte ich Euch das Programm musescore vorstellen. Diese kostenlose unter der Creative Commons Attribution 3.0 Lizenz veröffentliche Software geht laut der Entwickler mit dem Anspruch an den Start, mit den professionellen und je nach Version sehr teuren Programm Sibelius und Finale zu konkurrieren.

Mein besonderer Dank bezüglich dieses Tutorials gilt Thomas Wagenknecht. Er hat mich nicht nur auf musescore aufmerksam gemacht sondern auch die gesamten Grundlagen der hier vorliegenden Anleitung verfaßt. Ebenso gehen die Screenshots auf sein Konto. Es ist immer wieder schön Menschen zu treffen die ihre Zeit aufwenden, um ihr Wissen mit anderen zu teilen.

 


Inhalt

  1. Woher bekomme ich musescore?
  2. das Erstellen einer leeren Partitur
  3. Bearbeiten der Partition / Eingabe der Noten
  4. Eingabe weiterer Stimmen
  5. weitere wichtige Funktionen
    5.1.  Vorschlagnoten (Flam, Drag, etc.)
    5.2.  manuelle Zeilen- / Seitenumbrüche
    5.3.  Takte vervielfältigen

1. Woher bekomme ich musescore?

Am einfachsten von der Entwicklerhomepage : http://musescore.org/en/download

Verschlossen

 


2. das Erstellen einer leeren Partitur

  • musescore leere Partitur erstellen
    Durch Verwendung der Tastenkombination "Strg+N" oder durch Klicken von "Datei -> Neu" wird der folgende Dialog (Abb.1) aufgerufen.

  • Hier kann man die grundlegenden Informationen zu dem zu setzenden Stück wie angeben. (Hinweis : diese Informationen können auch später jederzeit über "Einfügen -> Text -> ..." ergänzt werden.

  • Weiterhin sollte das Kreuzchen bei "Neue Partitur ohne Vorlage erzeugen" gesetzt sein.

  • Nach einem Klick auf "Weiter" erscheint der Dialog zum Definieren der Instrumentenliste (Abb.2).

  • Aus der Instrumentenliste "Unpitched Percussion" und aus dessen Untermenü "Drumset 5 Lines" auswählen, dann auf Hinzufügen klicken.

  • Bei Bedarf kann man noch andere Instrumente auswählen und hinzufügen. Es wird dann pro Instrument ein eigenes System erzeugt, was die Notation ganzer Stücke in voller Instrumentierung ermöglicht. Wir wollen uns hier allerdings auf die Drumnotation beschränken und verzichten daher darauf.

  • Nach einem erneuten Klick auf "Weiter" können dann noch Tonart und die Taktart ausgewählt werden. Zudem lässt sich die Anzahl der anfänglich eingefügten Takte angeben.
  • musescore Erstellen einer neuen, leeren Partitur Schritt 2

    Hinweis : Die Taktart und die Anzahl der Takte lassen sich auch später beliebig ändern. Eine Auswahl der Tonart hat in unserem Fall - bei der Notation von Schlagzeugnoten - keine Auswirkungen. Sie kann also einfach auf Tonart "C" belassen werden.

  • Der Klick auf "Abschließen"  bringt uns zu Punkt 3.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


3. Bearbeiten der Partition / Eingabe der Noten

  • musescore - die leere Partitur

    Hat man alle Schritte zum Erstellen einer neuen, leeren Partitur nachvollzogen, so präsentiert sich einem diese wie in Abb. 3 zu sehen.
    Den Namen des Systems ("Drumset") kann bei Bedarf durch "Rechts-Klick ->Ausschneiden" oder Auswählen mit "Links-Klick" und der "Entfernen" -  Taste löschen.
  • Um nun mit dem Setzen der Schlagzeugnoten zu beginnen, bedienen wir uns eines einfachen Beispiels : es sollen pro Takt auf der Bassdrum 4 Viertelnoten, auf der Snaredrum zwei Backbeats auf der 2 und 4 sowie 8 Achtelnoten auf der HiHat notiert werden. Also ein grundlegender 4/4-Groove:

  • Zunächst sollen die Bassdrum-Noten eingegeben werden. musescore Noteneingabemodus startenDazu "N" in der Menuleiste anklicken oder einfach auf der Tastatur die Taste "N" drücken (oder - etwas umständlicher  über das Menu : "Noten -> Noteneingabe").
    Der Cursor (in blau) springt auf den Zeilenanfang.
    Jetzt sollte der Notenwert (Viertel-, Achtelnote, Punktierung, ... oder Pausenwert) gewählt werden. In unserem Beispiel also die Viertelnote.

  • musescore Auswahl der BassdrumAus dieser sich am linken Bildschirmrand befindenden Palette "Schlagzeug" auswählen.
  • Hinweis: die Namen der linken Palette können individuell angepasst werden. Da ich dies gemacht habe, entsprechen die hier angegebenen Namen und deren Positionen nicht alle denen der Originalkonfiguration des Programms. Die Bezeichnungen sollten aber ähnlich sein.

    Daraufhin klappt das Untermenu für die Schlagzeugnoten auf (Abb. 6).

    Aus dem Untermenü wählt man nun eine der beiden Bassdrums aus. Für die Notation ist es egal, welche der beiden man verwendet. Dies spielt lediglich bei der Wiedergabe etwa über Midi eine Rolle. Gleiches gilt für die Snaredrums.
    Hinweis : verweilt man mit dem Mauszeiger über einer der Noten in diesem Menu, wird nach ca. 2 s angezeigt, um welches Instrument es sich dabei handelt.

 

  • musescore Auswahl der zu bearbeitenden StimmeEs wird automatisch Stimme # 2 (grün) ausgewählt. Durch die grüne Farbe der Stimme #2 wechseln der Cursor in der Notenzeile sowie die einzugebende Note ebenfalls ihre Farbe zu grün (was ganz praktisch ist, da man durch die jeweilige Farbe immer gleich erkennt, welche Stimme gerade ausgewählt ist. Fehleingaben in andere Stimmen werden so vermieden.)
    Je nach Geschmack könnte man auch eine der anderen auswählen. Wir belassen es aber bei der Auswahl des Programmes. Damit steht Stimme #2 für die Bassdrum. In meiner Konfiguration sind die Richtungen der Notenhälse vordefiniert: Stimmen #1 und #3 nach oben, Stimmen #2 und #4 nach unten. Was die Auswahl der Stimme #2 für die Bassdrum geeignet macht. ;-)
    Hinweis : Die Voreinstellung der Richtung der Notenhälse kann man durch "Format -> Stilvorgaben bearbeiten -> Stimmen vertauschen" ändern.

  • musescore setzen der vier Viretlnoten auf der BassdrumNun kann man durch Klick mit der Linken Maustaste in das Notensystem seine Note(n) setzen Hierbei muss man nicht einmal die richtige Notenlinie treffen, da durch Auswahl der Bassdrum die Höhe automatisch vorgegeben ist (Abb. 7).  Die Pausenwerte dieser Stimme werden automatisch an die gesetzen Noten angepasst (Abb. 7).

  • Für unser Beispiel setzen wir also vier Viertelnoten auf die Bassdrum (Abb. 7).

  • Da nun die Eingabe der Bassdrum für unser kleines Beispiel vollendet ist, wird die Noteneingabe durch Klicken auf "N" (oder "N" über Tastatur oder "Esc") beendet. Die grüne Farbe der letzten Note verschwindet durch einfaches Klicken irgendwo auf oder neben das Notenblatt (oder nochmaliges Drücken von "Esc")

 

 


4. Eingabe weiterer Stimmen

  • Nun sollen die restlichen Noten für unser kleines Beispiel eingegeben werden - also die Snare Drum und die Hihat.musescore Auswahl der Snaredrum Noten

  • Zu erst startet man dazu wieder den Noteneigabemodus durch Klicken auf "N" (siehe Abb. 4)  oder die Taste "N" auf der Tastatur.

  • musescore die StimmenauswahlDann wird in der Notenpalette unter Schagzeug eine der Snaredrums ausgewählt.  (siehe Abb. 8). Weiterhin sollte Stimme # 1 (blau) ausgewählt sein. Ist dies nicht automatisch der Fall sollte man druch einen Klick auf den Button der Stimme 1 nachhelfen (siehe Abb. 9). Der Notencursor färbt sich blau.

    Hinweis : die Wahl welche Stimme benutzt wird, liegt auch hier wieder beim Benutzer. Sie kann also je nach Geschmack variieren und ist in diesem Tutorial rein willkürlich.
    ;-)

  • Da die Snare nur auf den Zählzeiten 2 und 4 notiert werden soll, der Cursor aber die Note nur auf 1 (Taktanfang) setzen will, muss ein Pausenzeichen gesetzt werden. Dazu wird wie in Abb. 10 zu sehen der Pausenwert ausgewählt.musescore Pausenwert auswählen Dann wird per Links-Klick die Pause auf 1 gesetzt.

    Auf Zählzeit 1 und 2 erscheinen jetzt zwei Viertelpausen  Der Einfachheit halber setzt man auf der 3 auch gleich eine Pause. Das sieht dann musescore editieren der zweiten Stimmeerstmal wie oben in Abb. 11 aus.

    Dann klickt man auf das Pausenzeichen in der Menuleieste (Abb. 10), so dass die Pauseneingabe wieder deaktiviert wird und fügt auf der 2. und 4. Zählzeit eine Viertelnote ein. Der Hals zeigt bei den beiden Noten auf grund der Voreinstellungen für Stimme # 1 automatisch nach oben. Das Ergebnis sieht man in Abb. 11 in der Mitte.

    Die Viertelpausen auf den Zählzeiten 1 und 3 kann man, wenn es aus optischen Gründen gewünscht ist, nach oben verschieben (mit der linken Maustaste anfassen und nach oben schieben: die Zwischenräume in vertikaler Position rasten ein, aber auch ein horizontales Verschieben wäre möglich).

  • Oft ist es aber übersichtlicher, wenn man die Pausen ausblendet. Dazu die Pausen mit der rechten Maustaste anklicken und im erscheinenden Kontextmenü "Unsichtbar machen" auswählen.

    Nach dem "unsichtbar machen" der Pausen erscheinen diese zwar noch im Notenbild, sind aber ausgegraut. Beim Ausdrucken werden diese dann nicht mehr dargestellt.
  • Hinweis : das "unsichtbar machen" funktioniert übrigens für so ziemlich alle Symbole innerhalb von musescore.
  • Analog kann man nun noch als Stimme #3 oder Stimme #4 die Achtelnoten auf dem Hihat eingeben.

    Das Ergebnis :

    musescore der erste fertige Takt

 

 

 

 

 


5. weitere wichtige Funktionen

5.1. Vorschlagnoten (Flam, Drag, etc.)

musescore VorschlagnotenBeim Schlagzeugnotationen, besonders bei der kleinen Trommel, werden häufig auch 1-, 2- oder 3-fache Vorschlagnoten verwendet. Um diese in musescore umzusetzen , wird in der Palette das Feld für "Vorschlagnoten" geöffnet.

Im Beispiel habe ich einen Takt mit 4 Viertelnoten auf der Snare erstellt.

In der Palette der Vorschlagnoten klickt man die gewünschte Vorschlagnote und zieht diese bei gedrückter Linke Maustaste auf die Zielnote im Takt. Die Zielnote verfärbt sich rot durch Loslassen linken Maustaste wird die Vorschlagnote gesetzt. Soll eine Note mehrere Vorschlagnoten bekommen, wiederholt man den Vorgang einfach.

musescore Vorschlagnoten mit Bindebögen versehenWie in Abb. 14 oben zu sehen ist, sieht das Ergebnis allerdings noch nicht sehr überzeugend aus, da Vorschlagnoten üblicherweise mit einem Bindebogen an die jeweiligen Note angebunden werden. Um dies zu beheben wird der Platteneintrag Linien geöffnet. Hier ist als erstes Symbol ist ein Bindebogen zu sehen, den man auf die jeweils erste Vorschlagnote zieht. Der Bogen wird dann automatisch zur nächsten "richtigen" Note gezogen.
Wem die Form des Bindebogens noch nicht gefällt, kann den Bogen im Takt durch Doppelklicken in den Editiermodus versetzen und den Bogen ändern.

 

 

 

5.2. manuelle Zeilen- / Seitenumbrüche

musescore manuelle Zeilen- und Seitenumbrüche einfügenWenn die Zeile zu voll wird erfolgt automatisch ein Zeilenumbruch. Soll schon bei einem vorherigen Takt durch den Benutzer definiert ein Zeilenumbruch erfolgen, muss in der Palette unter "Umbruch/Abstände" das linke Zeichen für Zeilenumbruch ausgewählt werden (Abb. 15). Dieses Symbol hält man geklickt und zieht es auf den Takt, hinter dem der Umbruch erfolgen soll
Gleiches gilt für Seitenumbrüche

 

 

 

5.3.  Takte vervielfältigen

Bekanntermaßen besteht ein Stück nur selten aus einem Takt. Daher bringt musescore eine nützliche Kopierfunktion mit, die einem viel Arbeit sparen kann.

musescore ein markierter TaktNach Deaktivierung aller Funktionen (einfach mehrmals Esc drücken) irgendwo in den zu kopierenden Takt klicken. Der Takt wird daraufhin blau eingerahmt, und die Noten nehmen die jeweiligen Farben ihrer Stimme an Abb. 16).

Wie bei den meisten anderen Programmen auch, gibt es drei Möglichkeiten den Takt zu kopieren : "Bearbeiten -> Kopieren" im Menu, "rechte Maustaste -> kopieren" oder den guten alten Shortcut "Strg + C".

Anschließend wird per Linksklcik der Zieltakt markiert. Auch dieser wird dadurch blau umrandet. Hier wird der soeben kopierte Takt durch "Bearbeiten -> Kopieren", "rechte Maustaste -> Kopieren" oder "Strg + V" eingefügt.

 

 

...hier geht es in Kürze weiter...