Metronom

Das Metronom ist wohl eines der wichtigsten Werkzeuge des Drummers. Es ist ein Gerät, das einen bestimmten Notenwert absolut gleichmäßig akustisch von sich gibt.

Aber nicht nur zum Üben ist es eine tolle Sache :

Von einigen Leuten auch "der Click" genannt, spielt es mal in einfacher, oder auch mal technisch sehr ausgereiften Versionen (z.B. per MIDI-Sequenz vom Keyboard) auch bei gestandenen Musiker auf den großen Bühnen dieser Welt eine Rolle.

 

Inhalt

  1. "herkömmliche" Metronome
  2. digitale Metronome
    2.1.   spezielle Metronome für Schlagzeuger
    2.2.   noch speziellere Metronome für Schlagzeuger
  3. Software Metronome
    3.1. Metronome für iPhone / Smartphone
  4. MP3-Player als Metronom
  5. Fazit

 

1. "herkömmliche" Metronome

Die ursprünglichen Metronome besitzen ein Pendel, an dem man mit Hilfe eines kleinen Gewichts das gewünschte Tempo einstellen kann. Das schwingende Pendel erzeugt dann mit einer Mechanik ein Klackgeräusch auf den Werten einer Viertelnote. An diesem Geräusch kann man sich dann zeitlich orientieren. Dieses Klacken ist allerdings verglichen zu einem Schlagzeug viel zu leise, so daß diese Art von Metronom für Drummer faktisch ungeeignet ist.

 

2. digitale Metronome

Digitale Metronome hingegen bieten oft die Möglichkeit das Signal per Micro-Klinkenstecker (3,5 mm) abzugreifen. Über diesen kann man es dann auf einen Kopfhörer, oder sogar auf ein Mischpult geben, um es mit anderen Quellen mixen und einfacher in seiner Lautstärke beeinflußen zu können.
Weiterhin können die digitalen Metronome (im Gegensatz zu den meisten mechanischen) auch komplexere Figuren zur Orientierung ausgeben. Ich zum Beispiel benutze der Einfachheit und der Kompaktheit wegen zum Üben unterwegs ein KORG MA-20, im Proberaum und zum nach "Klick" spielen das RW 500.

Korg MA 20

Das MA-20 zum Beispiel hat die folgenden Features :

Beat 1 - 7 Es werden einer bis sieben Schläge gezählt. Der erste wird jeweils hervorgehoben. Dies dient zum Üben von komplexeren Grooves wie etwa dem 5/8.
Achtelnoten
Die Ausgabe erfolgt in Achtelnoten. Es wird jeweils die Zahl betont gegenbüber der "+" - Zählzeit betont.
triolisch
Es wird eine Triolenfigur gepiepst. Jeweils die erste Triole der dreier Einheit wird betont.
Shuffle
Das Metronom gibt eine Shuffle-Figur von sich, wobei jeweils die 1 betont wird.
Sechzehntelnoten Es werden Sechzentelnnoten mit einer Betonung auf der 1 ausgegeben.
Sechzehntelnoten (1--a)
Das Metronom zählt sechzehntelnoten. Allerdings gibt es nur die erste und die letzte des 4er Blockes aus. Die Betonung liegt wie immer auf der ersten.
Tempo Tap In
Ist eine sehr nützliche Funktion. Durch Betätigung eines Tasters am Metronom wird das gedrückte Tempo in bpm ausgegeben. Die ist besonders nützlich, wenn man das korrekte Tempo eines Stückes ermitteln will. Man tapt dann einfach dessen Viertelschläge mit und das Motronom gibt einem den genauen Tempowert aus.
Display
Auf einem LCD Display wird zusätzlich das ganze optisch dargestellt.



2.1. spezielle Metronome für Schlagzeuger

Es gibt mittlerweile auch einige Metronome, die speziell auf die Bedürfnisse von Schlagzeugern zugeschnitten sind. Diese bieten dann entsprechend einige Annehmlichkeiten, die uns bei den kleinen Taschengeräten verwehrt bleiben.

 

Einige Beispiele für Vorteile von Schlagzeuger-Metronomen :

Foto eines Rhythmpumper RW500

  • Manche Modelle besitzen beleuchtete Displays. Das ist ziemlich gut für Leute, die vielleicht auch mal live p er Klick spielen, und das Metronom so auch auf der evtl. dunklen Bühne bedienen können müssen.
  • Sie besitzen häufig einen Speicher für die am meisten verwendeten Tempi.
  • Die Gehäuse der Schlagzeuger Metronome sind meist stabiler und vertragen auch mal den einen oder anderen Querschläger.
  • Im Gegensatz zu manchem günstigen Modell können sie speziellere Rhythmiken wie etwa Triolen, Shuffles oder auch ungerade Timings "zählen".
  • Oft werden sie mit speziellen Besfestigungsmöglichkeiten ausgeliefert, so daß man sie am Beckenständer oder anderer Hardware fest schrauben kann.
  • Sie besitzen die Tap-In Funktion, mit der man per rhythmischem Tastendruck ein bestimmtes Tempo eingeben/bestimmen kann.
  • Ihr Kopfhörerausgang ist in der Lautstärke regelbar. (Was bei meinem Korg leider nicht geht.)
  • Viele sind über Pedale oder Pads fernbedienbar.
  • Die meisten Modelle bieten Sonderfunktionen, die weit über das hinausgehen was ein Metronom leisten müßte. Beispielsweise gibt es Rhythmustraining-Programm, die einem dabei helfen die gängigen Grooves zu trainieren. Auch Trainingshilfen für Snare Rudiments sind teilweise on-board.



Beliebte Modelle bei den Drummer-tauglichen-Metronomen sind zum Beispiel :

  • Tama - Rhythm Watch RW105
  • Millenium - RW500 Rhythmpumper (ein günstiges Remake des RW105) (siehe oben)

 

2.2. noch speziellere Metronome für Schlagzeuger

Bei den hier genannten Geräten handelt es sich zwar im weitesten Sinne auch um Metronome. Genau betrachtet ist dieser Begriff allerdings ziemlich untertrieben. Vielmehr handelt es sich um eine Art "Übungscomputer". Sie bieten vielfältigste Möglichkeiten wie etwa Groove-Training oder Rudiment-Programme.

Ihre verbreitetsten Vertreter sind wohl die folgenden :

  • Korg - Beatlab
  • Boss - DB-90
  • Yamaha - Clickstation CLST100

 

Ihre Funktionen habe ich Euch (den Herstellerangaben nach) in folgender Tabelle mit denen des RW500 Rhythmpumpers gegenübergestellt.

  RW500 DB-90 Beatlab Clickstation
Abmessungen / technische Daten
Länge * Breite * Höhe [cm]
1,5 * 11,6 * 3,2 12,2 * 16,4 * 3,75 14,2 * 10,4 * 2,8 17,0 * 12,2 * 3,7
Gewicht (inkl. Batterie) [g]
290 g 450 g   395 g
Batterie(n) 1 * 9V Block 1 * 9V Block 4 * AAA 1 * 9V Block
Netzteil möglich? Ja Ja Ja Ja
auf Beckenständer montierbar
Ja Ja Ja Ja
         
Ein- / Ausgänge
Kopfhörerausgang 2* (3,5mm und 6,35mm Klinke) 2* (3,5mm und 6,35mm Klinke) 1* (6,35mm Klinke) 2* (3,5mm und 6,35mm Klinke)
Line / AUX In Nein Ja (6,35 mm Klinke) Nein Ja (6,35mm Klinke)
Trigger In Nein Ja (6,35 mm Klinke) Nein Ja (6,35mm Klinke)
Midi In Nein Ja (DIN Stecker) Nein Ja (DIN Stecker)
         
Metronom Kennzahlen
Tempobereich 30 - 280 bpm 30 - 250 bpm 30 - 300 bpm 35 - 300 bpm
Beats pro Takt
1 - 9 1-9 1 - 9 1 - 9
Genauigkeit  +- 0,1 % +- 0,1 %  +- 0,2 %  +- 0,16 %
         
Sonderfunktionen
Groove / Rhythmus Trainer
Nein Ja Ja Nein
Rudiment Trainer
Nein Nein Ja Nein
eigene Übungsprogramme
Nein Ja Nein Nein
programmierbar / Sequenzen editier- und speicherbar
Ja Ja Ja Ja
Loop-Funktion
Nein Ja Ja  
Tap-In
Ja Ja Ja Ja
Beleuchtung
Ja Ja Ja Ja
Referenztongenerator
Nein Ja (5 Oktaven) Nein Ja (C2 - B6)
Timing Check
Nein Ja (via Mikrofon oder trigger-pad) Nein Nein
         
ca. Preis
39 € 120 € 90 € 150 €
Bemerkung       wird scheinbar nicht mehr produziert

 

3. Software Metronome

Auch in der Musik sind ja Computer immer weiter auf dem Vormarsch. So kommt es, daß mittlerweile in fast jedem Proberaum ein Notebook oder zumindest ein alter, zuhause ausgemusterter, Rechner steht.
Daher gibt es auch schon einige Software-Metronome, die mit einem ordentlichen Funktionsumfang daher kommen. Für den der ohnehin mit Hilfe eines Computers übt, können sie eine gute Angelegenheit sein. Gerade in Anbetracht der Tatsache, daß fast alle, die man so beim Stöbern im Internet findet, Freeware und somit umsonst zu haben sind.

 

3.1. Metronome für iPhone / Smartphone

Auch der Pool an Metronomen für Apple´s iPhone bzw. andere Smartphones wird stetig größer. In der Rubrik "Software / Apps für Schlagzeuger" findet Ihr einige Empfehlungen.

 

4. MP3-Player als Metronom

Auch wenn man noch so viele, gute Metronome hat ... Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man manchmal, just in dem Moment in dem man locker ein paar Rudiments üben könnte, doch keines zur Hand hat. Also habe ich mir mal ein paar Gedanken darum gemacht, wie man dieses Problem lösen könnte.

Bei der Überlegung welches audio-taugliche Gerät man ständig dabei hat kam ich auf Handys und MP-Player (zumindest ist das bei mir so).

MP3 - Player

Also : Schnell was in Java programmiert. Problem : ich habe keine Ahnung von Java. Außerdem versteht das auch nicht jedes Gerät. Also kam ich auf die Idee einfach mein Metronom klickern zu lassen und das ganze einfach mal aufzunehmen. Et voilà : ich hatte ein auf jedem MP3-kompatiblen Gerät abspielbaren Klick.

Zugegeben : das ganze ist alles andere als flexibel und bietet sicherlich nicht den Funktionsumfang eines "echten" Metronoms, aber es funktioniert einwandfrei und man kann es halt immer dabei haben. Zumindest wenn man einen MP3-Player oder ein entsprechendes Handy + Headset besitzt.

Falls Euch die Idee auch gefällt, könnt Ihr Euch die entsprechenden Dateien hier herunterladen :

www.drum-info.de - MP3 Player Metronom - 1 Takt(*.zip File - Dateigröße < 1 Mb)

Dieser Download beinhaltet 24 Tracks - und zwar in Zehnerschritten alle Tempi von 40 bis 280 bpm. Jeder Track ist dabei genau einen Takt lang. Mit manchen MP3-Playern / MP3-Handys kann man den Track auf Endloswiederholung schalten und hat so einen schönen Klick nach dem man üben kann bis man schwarz wird.^^

Hinweis : viele Player machen eine kreative Pause, bevor sie einen Track wiederholen. Mit diesen funktioniert der o.g. Download natürlich nicht so gut.^^ Daher hierfür die Besitzer eines solchen Gerätes die Alternative :

www.drum-info.de - MP3 Player Metronom - 50 Takte (*.zip File - Dateigröße ca. 40 Mb)

In diesem Zip-File findet Ihr ebenfalls 24 Tracks, die die Tempi von 40 bis 280 bpm in Zehnerschritten enthalten. Allerdings sind die Tracks hier jeweils 50 Takte lang, sodaß man, wenn das mit der Endlosschleife nicht funktioniert, zumindest jeweils 50 Takte "ruckelfrei"üben kann. "Nachteil" dieser Variante ist der Speicherbedarf von ca. 40 Mb. Was allerdings bei den heutigen Playern die einige Gb Speicher besitzen nicht mehr wirklich ein Problem sein sollte.

 

5. Fazit

Abschließend bleibt zu sagen, daß ich jedem Drummer - und gerade den Anfängern - nur wärmstens empfehlen kann ein Metronom zum Üben zu benutzen. Hierdurch kann man seine Timingfestigkeit enorm trainieren. Und das ist wichtig, denn keine Band will einen Drummer haben, der einen Groove zwar toll komplex und schwierig, nicht aber timing-sauber spielen und auch halten kann.

Hierbei muß es auch nicht gleich das Topmodell sein. Lieber ein einfaches Gerät, welches nur Viertelnoten klicken kann, als gar keins.