"Drum Grooves für Fortgeschrittene", Sven Helbig

Cover des Buches Drum Grooves für FortgeschritteneAls Fortsetzung von Sven Helbigs "Das Drumset" ist nun jüngst "Drum Grooves für Fortgeschrittene" - ebenfalls im Tunesday Records Verlag - erschienen. Es dient dem erfolgreichen Absolventen des ersten Bandes als Vertiefung des Stoffes und erlaubt die praktische Anwendung des zuvor erlernten. Zusätzlich werden Themen des ersten Bandes wieder aufgegriffen und vertieft.

Natürlich kann man das Buch auch angehen wenn man die Grundlagen des Drumming anderweitig erworben hat - Band 1 empfiehlt sich dazu zwar, ist aber nicht zwingend notwendig.

Anders als bei "Das Drumset" ist es laut Sven Helbig möglich und erwünscht in diesem Buch nicht strikt nach der vorgegebenen Reihenfolge vorzugehen. Der modulare Aufbau und die Sortierung nach Stilrichtungen erlaubt es den eigenen Interessen Vorrang einzuräumen.
In Anbetracht der breit gefächerten Auswahl an Stilistiken die behandelt werden dürfte auch für fast jeden schnell ein Interessenschwerpunkt gefunden sein.

 Das Buch gliedert sich wie folgt:

1. Einleitung und Uptempo Beats
2. Akzente
3. Swing und Jazz
4. Lateinamerikanische Rhythmen
5. Brasilianische Rhythmen
6. Breakbeats & Drum ‘n Bass
7. Ungerade Takte / Odd Meters
8. Double Bassdrum
9. Rudiments und ihre Verteilung
10. Bonus: Drums Charts u Play-Alongs

In den vier Kapiteln die sich mit speziellen Stilistiken beschäftigen ("Swing und Jazz", "Lateinamerikanische Rhythmen", "Brasilianische Rhythmen" und "Breakbeats & Drum ‘n Bass") wird zunächst auf die geschichtlichen Grundlagen und Ursprünge der jeweiligen Stilrichtung eingegangen. Diese Einleitung ist sehr hilfreich, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, worauf es bei der jeweiligen Musikrichtung ankommt.
Jede Stilrichtung hat ihre eigenen Grundzüge. Auf diese wird anschließend eingegangen, um letztendlich die Spezialitäten des jeweiligen Genres anzugehen. Alles in Allem sind so jeder Richtung - je nach Komplexität und Variabilität - zwischen 10 und 20 Seiten gewidmet.

Die bereits im Vorwort erwähnte Vertiefung einiger "technischer" Themen findet sich in Form der fünf Kapitel "Uptempo Beats", "Akzente", "Ungerade Takte / Odd Meters", "Double Bassdrum" und "Rudiments und ihre Verteilung".
Hier werden die entsprechenden Themen - wie bereits von "Das Drumset" gewohnt gut aufgearbeitet, zielführend, mit einer guten Balance zwischen "ist-halt-nötig" und "macht Spaß" und mit einem nicht zu unterschätzenden Schwierigkeitsgrad versehen - vertieft.

Gesondert zu erwähnen ist meiner Meinung nach noch, dass auf folgende "Spezialtechniken" eingegangen wird:

  • Im Kapitel "Swing und Jazz": Das Spiel mit den so genannten "Jazzbesen".
  • Im Kapitel "Breakbeats & Drum ´n Bass": Das Spielen unter Verwendung von zwei Snares, wie es in dieser Gattung häufig anzutreffen ist.
  • Das Spiel mit zwei Bassdrums oder einer Doppelfussmschine, wie es den Freunden der härteren Musikrichtungen gefallen dürfte, im eigens gewidmeten Kapitel "Double Bassdrum"

Fazit

Gleich vorweg: ebenfalls ein Kauftipp.

Sven Helbigs "Drum Grooves für Fortgeschrittene" ist eine würdige Fortsetzung des ersten Bandes "Das Drumset".
Der Schwerpunkt liegt dieses mal weniger auf technischen und theoretischen Grundlagen. Stattdessen wird das in "Das Drumset" gelegte Könnens-Fundament nun praktisch angewendet.
Die Auswahl der behandelten Genres ist eine guter Querschnitt durch fast alles was man braucht um in der gegenwärtigen Musikszene mitspielen zu können. Ich persönlich hätte mir allerdings noch ein eigens dem Metal gewidmetes Kapitel gewünscht. Zwar wird einer der zentralen Aspekte des Metal Drumming, das Doublebass Spiel, in einem gesonderten Kapitel behandelt, eine informationsreiche Einleitung mit einer Heraushebung der wichtigsten Merkmale dieser Stilrichtung - wie es die anderen Kapitel enthalten - fehlt aber.

Dem ersten Band von Sven Helbig entsprechend ist der Schwierigkeitsgrad des Buches recht hoch was einerseits den Schüler fordert, ihm andererseits - das entsprechende Engagement vorausgesetzt - aber auch viel bietet.

Die erste beiliegende CD enthält qualitativ hochwertige Aufnahmen (keine Midi-Sequenzen wie in manch anderen Lehrwerken leider üblich) der zentralen Übungen, was den Schüler bei deren hohem Anspruch gut unterstützt.
Zu erwähnen ist hierzu noch, dass das Material für meinen Geschmack etwas zu tomlastig gemixt ist. Dies ist allerdings ein rein subjektiver Eindruck und hat keinen Einfluss auf meine Meinung zu dem Buch und seinen Begleit-CDs.

Die zweite CD enthält 25 Playalongs die die im Buch behandelten Stilrichtungen wiedergeben. Diese sind ebenfalls in guter Qualität recorded und je mit einem Clicktrack versehen, der einem die Orientierung innerhalb des Metrums erleichtert. Zu einigen dieser Playlongs findet sich im letzten Kapitel des Buches auch die Transkriptionen.