„Das Drumset“, Sven Helbig

Cover von Sven Helbigs "Das Drumset"Der Anspruch mit dem „Das Drumset“ von Sven Helbig an den Start geht ist kein geringer.
„Ein Schlagzeug-Lehrbuch, dass keine essenziellen Wissenslücken offen lässt [...].“ hält man laut Autor in den Händen, wenn man das 156 Seiten starke Lehrwerk des Berliner Tunesday Records Verlages hernimmt.
Entstanden ist das Buch laut Helbig in seiner langjährigen Tätigkeit als Schlagzeuglehrer, während der es ihm an einem „allumfassenden Lehrbuch“ mangelte und er daher die Notwendigkeit sah, etwas eigenes - besseres - zu verfassen.

Unterteilt ist das Buch grundlegend in sechs Bereiche

  • Grundlagen / Theorie
  • Level 1 bis 5

 

Grundlagen / Theorie

In diesem ersten Kapitel wird sich (was ich persönlich sehr angenehm finde und was wie Sven Helbig zu recht feststellte, ein Manko in vielen bisher erschienenen Schlagzeuglehrwerken ist) zunächst mit den absoluten Grundlagen des Drumming.

Behandelt werden hier namentlich (meist im Umfang von einer bis zwei Seiten):

  • die Benennung der einzelnen Schlagzeugteile
  • die im Buch verwendete Notation sowie Grundlegendes zu wichtigen Begriffen der Musiknotation
  • Tips zum Kauf eines Einsteigersets
  • Grundlegende Tips zum Fellkauf und zum Stimmen sowie Dämpfen der Trommeln
  • ein vorteilhafter Aufbau eines Schlagzeuges
  • Körperhaltung
  • Stickhaltungen, Stick- und Pedaltechniken
  • die Notenwerte


Level 1 - die Basics

Im Level 1 werden die Noten- und Pausenwerte bis hin zu den Sechzehnteln behandelt. Hierbei gelingt es Sven Helbig eine sehr gelungene Mischung aus Übungen, die nötig  sind (Schwerpunkt Koordination und Handsätze) und solchen die cool klingen, Spaß machen und auch dem Anfänger schon den einen oder anderen brauchbaren binären Groove, gewürzt mit einigen Fills zu zeigen.
Zur Schulung der Koordination wird dabei bereits hier auf die ersten Rudiments der PAS zurückgegriffen. Als erste weiterführende Technik werden die Ghostnotes und der Flam vorgestellt.

 

Level 2

Level 2 vertieft die Übungen aus dem ersten Level indem die Schwierigkeit gesteigert wird. Danach wird das Spektrum um triolische Übungen und ternäre Rhythmen erweitert.
Als zweite Advanced-Technik werden Akzente geübt und die Komplexität der Übungen weiter gesteigert indem z.B. Punktierungen hinzugenommen werden.
Weiterhin werden Hihatöffnungen vorgestellt und damit die Grundsteine für eine Verfeinerung der Technik des linken Fußes gelegt.

 

Level 3 - Rudiment Basics Interlude

In Level 3 ist der Name Programm und Sven Helbig führt in einige der gängigsten und nützlichsten PAS (Percussive Arts Society) Rudiments ein und zeigt wie man diese nicht nur als technische Übung nutzt, sondern daraus Fills und Groove-Grundlagen bilden kann.

 

Level 4

Level 4 setzt stimmig das Konzept der ersten beiden Level fort, es wird ein gesunder Mix aus technischen und spaßigen Übungen geboten, der in Sachen Schwierigkeit ordentlich anzieht.
Neu gezeigt werden Shuffle-Variationen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Übungen, die die Unabhängigkeit der linken Hand vorantreiben.

 

Level 5 - You almost did it!

In Level 5 werden durch konsequent anziehende Komplexität der Übungen, durch Sextolen, den Halftime-Shuffle, Displacement Übungen sowie Einstreuung weiterer Rudiments die Skills der vorhergehenden Levels weiter vertieft.


Fazit

Gleich vorweg: Kauftipp.

Ich halte „Das Drumset“ von Sven Helbig für eine sehr gut gelungene Schlagzeugschule, der man den Unterrichtsbackground des Autors anmerkt.
Die Balance zwischen etwas drögen aber nötigen technischen Übungen und solchen die Spaß machen und ein bisschen Stoff zum Angeben vor den ersten Fans bieten, ist sehr gut gelungen.
Auch das Kapitel mit den theoretischen Grundlagen für den erfolgreichen Einstieg in das Schlagzeugspiel gefällt mir. Die Informationen sind zwar nur grundlegender Natur aber für das, was ein Anfängerlehrbuch leisten muss, durchaus ausreichend (und vor allem: mehr als viele andere Bücher bieten).

Weiterhin erwähnenswert ist, dass der Schwierigkeitsgrad des Buches konsequent und knackig anzieht. Ein entsprechender Durchhaltewillen und das nötige Engagement des Schülers oder Autodidakten ist daher unbedingt notwendig, um sich durch die 5 Level zu arbeiten.
Wenn man diese Voraussetzungen aber mitbringt, hat man entsprechend lange was von dem Buch und bekommt überdurchschnittlich viel vermittelt.

Die zwei beiliegenden CDs unterstützen den Schüler sinnvoll. Besonders wenn im Buch die Schwierigkeit anzieht stehen die meisten Übungen als Hörbeispiele zur Verfügung.
Weiterhin sind auf CD2 18 Playalongs zu finden, anhand derer man das Gelernte ausprobieren kann.