Schlagzeug stimmen / dämpfen

StimmschlüsselDer weit verbreitete Glauben, dass man ein Schlagzeug nur beim Aufziehen neuer Felle Stimmen muß stimmt so leider nicht. Ein Schlagzeug besteht im Normalfall zu einem großen Anteil aus Holz. Jeder der mit Holz zu tun hat, kann einem bestätigen, dass Holz ein Naturstoff ist, der (beeinflußt durch seine Umgebung - wie etwa Temperatur, Luftfeuchtigkeit usw.) arbeitet.
Ein Schlagzeug und speziell dessen Kessel verändern sich also laufend. Dies trifft auch auf die Felle zu, wobei hier vor allem mechanische Beanspruchung durch das Spielen oder auch durch Transport, aber auch wie bei den Kesseln die Temperatur ihren Einfluß hat.
Engagierte Drummer stimmen also regelmäßig ihre Trommeln nach und gewährleisten so, dass sie immer genau ihren Sound beim Spielen des Sets präsentieren.



Inhalt

  1. die Vorbereitungen zum Stimmen
    1.1.  Was wird zum Schlagzeug stimmen benötigt?
    1.2.  Vorbereitung der Trommel / Reinigung Kesselgratung & Spannreifen / Auflegen des Fells und des Spannreifens
    1.3.  das "Eindehnen" des Fells
  2. das Stimmen
    2.1.  Allgemeines Vorgehen
    2.2. Tips zu den Toms
    2.3. Tips zur Bass Drum
    2.4. Tips zur Snare Drum
  3. das Dämpfen
    3.1. die Auswahl des Fells
    3.2. Gaffa-Tape
    3.3. Moon-Gel
    3.4. Control Rings / O-Rings
    3.5. Dämpfungskissen für die Bassdrum
    3.6. Kickpads für die Bassdrum
  4. Hilfsmittel
    4.1. Drehmoment-Stimmschlüssel
    4.2. Tama Tension Watch


ein Ausrufezeichen - HinweisHinweis :

Will man den perönslichen Wunschsound verwirklichen, ist hierfür nicht nur die richtige Technik beim Stimmen, sondern ganz essentiell auch die Wahl des richtigen Felles wichtig. Im Fell-Guide erhaltet Ihr hierzu die nötigen Informationen.


1. die Vorbereitungen zum Stimmen

1.1.  Was wird zum Schlagzeug stimmen benötigt?

 

Bevor man an die Materie geht und loslegt, sollte man sich die folgenden Untensilien bereit legen :

  • eine Decke, ein Kissen oder ein weiches Stück Teppich, um die Trommel während der folgenden Arbeitsschritte auf einem weichen Untergrund abstellen zu können,
  • ein weiches (evtl. leicht feuchtes) Tuch mit dem man die Kesselgratung von vorhandenem Schmutz befreien kann,
  • mindestens einen - besser aber zwei - Stimmschlüssel
  • und last but not least das oder die neuen Felle.

1.2.  Vorbereitung der Trommel / Reinigung Kesselgratung & Spannreifen / Auflegen des Felles und des Spannreifens

Zur optimalen Vorbereitung des Stimmens folgt zunächst den folgenden Punkten :

  1. Der erste Schritt wenn man einer Trommel ein neues Fell gönnen möchte ist das Entfernen des alten. Auch hier sollte man sich bereits aus u.g. Gründen an das "Über-Kreuz-Prinzip" halten, um Beschädigungen des Kessels und der Mechanik vorzubeugen.

  2. Für die ersten Schritte des eigentlichen Stimmens baut man dann die Trommel am besten vom Set ab und stellt sie auf einen weichen Untergrund wie etwa einen Teppich, eine Decke o.ä.. Dies ist wichtig, um die enorm empfindliche Gratung des Kessels zu schonen. Auf einem zu harten Untergrund könnte sie Schaden nehmen, was einen nicht unerheblichen negativen Einfluß auf den Sound der Trommel haben kann.

  3. Dann überprüft man zunächst die Kesselgratung sowie den Spannring auf Unversehrtheit. Speziell der Spannreifen auf der Oberseite der Snaredrum muss im Laufe seines Lebens viele Rimshots einstecken. Diese führen nach einiger Zeit zu Verformungen. Hier kann sich daher ein gelegentlicher Wechsel des (nicht all zu teuren) Spannreifens lohnen und im Sound positiv auswirken.
    Um jeden Fremdkörper der später das perfekte Aufliegen des Fells auf dem Kessel sowie das Aufliegen des Spannrings auf dem Fell verhindern könnte zu beseitigen, unterzieht man nun den Spannring sowie die Gratung einer Reinigung. Hierbei bitte keine scharfen Gegenstände o.ä. verwenden, da diese ebenfalls die Kesselgratung empfindlich beschädigen können.
    Sollte die Gratung trotz aller Vorsicht einmal Schaden genommen haben, macht dies das exakte Stimmen der Trommeln schwer bis unmöglich. Je nach Wert des Kessels kann man eine beschädigte Gratung beim Schlagzeugbauer reparieren lassen.

  4. Anschließend legt man das neue Fell auf den Kessel. Hierbei ist wichtig, dass das Fell genauestens zentriert auf der Trommel aufliegt. Alles andere senkt dessen Lebensdauer und macht das zuverlässige und gute Stimmen des selbigen unnötig schwer bis unmöglich.

  5. Ist das Fell mittig aufgelegt kommt der zugehörige Spannreifen - ebenfalls genauestens zentriert - darauf.

  6. Nun werden alle Spannschrauben über Kreuz  - wie bei allen folgenden Schritten - handfest, und auf ein möglichst gleichmäßiges Niveau, angezogen. Ich selber mache dies am liebsten noch ohne Stimmschlüssel, da die Finger deutlich mehr Feingefühl erlauben.

Der Sinn des "Über Kreuz-Anziehens" liegt darin, dass so alle Spannböckchen und somit letztendlich auch der Kessel zu jeder Zeit gleichmäßig belastet ist und somit das Material nicht leiden. Dies erhöht die Lebensdauer und die erhält die Leichtgängigkeit der Mechaniken, wodurch auch nach vielen Jahren der Benutzung noch ein gutes Stimmen der Trommeln möglich sein sollt

schematische Abbildung der Stimmreihenfolge an einer einer Trommel mit acht Stimmschrauben

 

Und so ginge man (am Beispiel einer Trommel mit 8 Spannschrauben) dabei vor :

- Stimmschlüssel auf Schraube 1 und 2 - eine halbe Stimmschlüssel-Drehung

- Stimmschlüssel auf Schraube 3 und 4 - eine halbe Stimmschlüssel-Drehung

- Stimmschlüssel auf Schraube 5 und 6 - eine halbe Stimmschlüssel-Drehung

- Stimmschlüssel auf Schraube 7 und 8 - eine halbe Stimmschlüssel-Drehung

 - Von vorne beginnen.

 

Nach analogem Schema funktioniert das ganze bei Trommeln mit mehr oder weniger Stimmschrauben.

1.3. das Eindehnen des Fells

Abbildung der Vorgehensweise beim Eindehnen eines neuen Schlagzeugfelles
Nachdem alle Vorbereitungen aus Punkt 1.1. getroffen wurden, beginnt man die Spannschrauben mit den Stimmschlüsseln (c) anzuziehen. Hierbei werden unter Umständen mit steigender Spannung des Fells "Knackgeräusche" hörbar .
Diese künden nicht vom baldigen Ableben des neuen, teuer erworbenen Fells, sondern sind vollkommen normal.

Zuerst sollte man eine solide Grundspannung in das Fell bringen. Diese sollte höher liegen, als die die im Endeffekt angestrebt wird und sollte je nach verfügbarer Zeit auch eine ausreichende Weile (ggf. einige Stunden) gehalten werden.

Um die Fellspannung kurzzeitig noch weiter zu erhöhen, drückt man vorsichtig aber bestimmt mit der Hand auf die Mitte des Fells. Diesen Vorgang kann man im weiteren Verlauf des Stimmens wiederholen.

Erst diese "Tortur" macht das neue Fell später gut stimmbar und vor allem deutlich stimmstabiler.

2. das Stimmen

Sind alle Vorbereitungen aus 1.1. bis 1.3. abgeschlossen, geht es an das eigentliche Stimmen. Das ab hier folgende ist übrigens auch das Vorgehen, wenn man seine aktuellen Felle nur nachstimmen, nicht aber vollkommen neue verwenden will.


2.1.  Allgemeines Vorgehen

Abbildung der Vorgehensweise beim Überprüfen der Stimmung vor den einzelnen StimmschraubenMan zieht nun die Stimmschrauben nach oben erläutertem Schema um halbe Drehungen an. Glaubt man, die gewünschte Stimmung erreicht zu haben, schlägt man mit den Finger kurz vor den Stimmschrauben (ca. 2 cm) das Fell an und vergleicht die Tonhöhe.
Da trotz aller Vorbereitungbemühungen sehr wahrscheinlich Abweichungen zu finden sind, gleicht man diese an, und justiert so lange vorsichtig die Stimmschrauben nach, bis das Fell vor jeder Stimmschraube den gleichen Ton erzeugt.
Wenn dies erledigt ist prüft man, ob die Gesamtstimmung des Fells in Ordnung ist, das Fell also beim Anschlagen in der Mitte nur mit einem Ton klingt.

Dies erfordert einige Übung, ist aber nicht unmöglich zu erlernen.

Sollte man sich beim stimmen nach Gehör unsicher sein, kann man sich das ganze evtl. mit den unter Hilfsmitteln genannten Tools vereinfachen. 

Ist nun die gewünschte Stimmung erreicht, darf man sich nicht durch evtl. nachklingen / -hallen der Trommeln stören.
Dieses wird später, so denn gewünscht, durch die Dämpfung beseitigt.

 

2.2. Tips zu den Toms

Bei den Toms gelten für die Stimmverhältnisse zwischen Schlag und Resonanzfell die folgenden Faustregeln :

  • Resonanzfell höher als Schlagfell : obertonreicher, "knackiger", präsenter und durchsetzungfähiger Sound mit reduziertem Sustain
  • Resonanzfell gleich Schlagfell : länger nachklingender und in der Tonhöhe stabil bleibender Ton (häufig im jazzigen Bereich zu hören)
  • Resonanzfell tiefer als Schlagfell : diese Stimmung ergibt einen fetten, wuchtigen Sound er ist eher basslastig und kann in der Tonhöhe im Verlauf des Tons abfallen.

 

2.3. Tips zur Bass Drum

Der Bassdrum kommt im Vergleich zu den Toms und der Snare eine Sonderrolle zu. Sie unterschiedet sich in einigen Aspekten deutlich von den anderen Trommeln des Schlagzeugs - und jeder dieser Aspekte hat Einfluss auf den Sound :

  • Die Bassdrum wird nicht aufgehängt sondern steht auf dem Boden,
  • oft wird das Schlagfell mit so genannten Dots oder Kickpads versehen (dies dient der Einflußnahme auf den Attack-Anteil des Bassdrum-Sounds),
  • sie wird nicht mit Sticks, sondern mit dem (meist weicheren) Schlägel der Fußmaschine angeschlagen und
  • sie wird für Live- und Studiosituationen meist von innen mikrofoniert und hat daher nicht selten ein Loch im Resonanzfell.

Die Bassdrum zu stimmen erfordert also meist mehr Fingerspitzengefühl als das Stimmen der Toms.

Für eine ausgewogene (für die meisten Stilrichtungen grundlegend geeignete) Stimmung der Bassdrum sollte das Schlagfell recht tief gestimmt sein. Man zieht hierbei die Schrauben nach bekanntem Muster (siehe oben) also nur soweit an, bis das Fell keine Falten mehr wirft und eine ausreichende Spannung besitzt.

Das Resonanzfell nimmt einen entscheidenden Einfluss auf den Präsenz-Anteil des Sounds.

Faustregel für das Bassdrum-Resonazfell :

  • Je tiefer es gestimmt ist, desto höher der Anteil am tiefen-Bass.
  • Je höher die Spannung des Resonanzfelles, desto geringer der tieffrequente Anteil, und desto höher der Attack.

Weiteren Einfluss auf das komplexe Zusammenspiel zwischen Schlag- und Resonanzfell der Bassdrum kann man, nach Einstellen der Grundstimmung, mit Kickpads und Dämpfungskissen nehmen.

 

2.3.Tips zur Snare Drum

Da die Snare Drum wohl der komplexeste Teil des Schlagzeugs ist, will ich hier auch etwas mehr ins Detail gehen.

Wir gehen von einem "nackten" Kessel aus : es ist also vorerst keines der beiden Felle auf dem Kessel. Weiterhin ist der Snare-Teppich entfernt worden.

  1. Nach einer gründlichen Vorbereitung (siehe 1.2.) der Gratung starten wir mit dem Resonanzfell. Bei der Snare Drum ist dieses besonders empfindlich. Man sollte hier also äußerste Vorsicht walten lassen.
    Wie unter 1.2. beschrieben wird das Fell auf die Gratung gelegt. Spannring drauf, und die Schrauben (äußerst vosichtig !!!) über Kreuz (am besten wieder mit 2 Stimmschlüsseln) angezogen, bis das Fell ausreichende Spannung besitzt, um einen Ton zu erzeugen.
  2. Genauso macht man es mit dem Schlagfell : Gratung prüfen / reinigen, Fell drauf, Spannring drauf, Schrauben mit 1/2 Drehungen der Stimmschlüssel anziehen (über Kreuz) bis das Fell gerade genug Spannung hat, um einen Ton zu erzeugen.
  3. Ist dieser Ausgangspunkt erreicht, beginnt man das Schlagfell, nach bekanntem Schema, auf die gewünschte Spannung zu stimmen.
    Hierbei solltet man auch besonderes Augenmerk auf den Rebound und das Stickfeeling legen, da dieses beim späteren Spielen der Snare Drum für die meisten Drummer enorm wichtig ist.
  4. Ist das Schlagfell erledigt, wendet Ihr Euch wieder dem Resonanzfell zu. Je nach Geschmack und gewünschtem Sound müßt Ihr hier jetzt noch etwas drehen.
    Grobe Richtlinien hierzu :
     - Resonanzfell sehr tief (tiefer als Schlagfell) gestimmt : gibt einen fetten, wuchtigen Snare Sound.
     - Resonazfell hoch (deutlich höher als Schlagfell) gestimmt : gibt einen präsenten und resonanten Sound.


Hat man das Stimmungsverhältnis der beiden Felle zur Zufriedenheit erreicht, geht es daran den Snare-Teppich zu installieren. Hierzu spannt man die Abhebung, und löst die Spannschraube der Mechanik.

Nun befestigt man den Teppich an der Seite der Snare die der Mechanik abgewandt ist. Man bedenke hierbei, dass der Teppich nicht genau zentriert liegen sollte, sondern etwas in Richtung der Befestigung, da er sich später wenn Spannung durch die Mechanik aufgebaut wird dehnt. Anschließend befestigt Man den Teppich an der Mechanik.
Nun sollte man (bei immer noch angezogener Mechanik) die Snare schlagen und solange vorsichtig die Spannschraube der Mechanik anziehen, bis man den gewünschten Sound erzielt.

Bemerkung : Das Anbringen des Snare Teppichs ist eine nicht ganz einfache Angelegenheit. Wenn etwas nicht funktioniert (z.B. liegt der Teppich nach dem Spannen nicht so schön zentriert wie er sollte), merkt Euch woran es lag (z.B. waren auf einer Seite die Spannschnüre des Teppichs zu kanpp in die Halterung eingespannt) , nehmt den Teppich wieder ab, und versucht es mit Eurer neuen Erfahrung noch einmal.

3. das Dämpfen

Wie beim Stimmen gilt auch beim Dämpfen der Grundsatz "probieren geht über studieren".
Zunächst sollte man herausfinden welches der Felle den zu beseitigenden Nachhall erzeugt. Man hängt die Trommeln dazu wie vorgesehen auf (der reellen Bedingungen wegen) und dämpft das Fell an verschiedenen Stellen mit dem Finger ab, während man die Trommel schlägt.
Hat man die Stelle gefunden, die man mit dem Finger abdämpfen muss, um den gewünschten Sound zu erzielen, kann man noch etwas mit dem Druck auf das Fell experimentieren.


Ist die Stelle und der notwendige Druck gefunden, geht es an die Dämpfung.

 

3.1. die Auswahl des Fells

Der erste zu beachtende Aspekt wenn es um die Dämpfung eines Felles geht, ist das Fell selber. Bereits vor dem Kauf sollte man sich daher im klaren sein, welchen Sound es später erzeugen soll. Der Fell-Guide kann Euch hierbei eine wichtige Hilfestellung bieten.

3.2. Gaffa Tape

Die roadtaugliche Variante ist das allseits beliebte Gaffa Tape. Man klebt hierbei an die (wie oben ermittelte) Stelle einen kleinen Streifen des Gewebebandes. War größerer Druck nötig, kann man ein Stück Taschentuch unter das Band einkleben.

Wer Gaffa Tape zum Dämpfen verwenden möchte, sollte sich allerdings auch bewußt sein, dass dies dem Fell nicht besonders gut tut.  Wenn man das Tape wieder entfernen will, kann man sich so gut wie sicher sein, dass Klebstoffreste auf dem Fell zurückbleiben. Diese lassen sich nur sehr schwer bzw. gar nicht wieder entfernen. Benutzt man coated-Felle, kann es sogar passieren, dass die Beschichtung am Tape kleben bleibt und sich vom Fell löst.

Dämpfungsgrad : je nach Fläche die abgeklebt wird und/oder der Menge an Papiertuch sehr unterschiedlich.

3.3. Moongel

Bild eines Moongel Pads auf einem Tom FellMoongel Pad auf einem Tomfell

Moongel sind kleine Gelpads die eigenständig auf dem Fell haften. Sie haben einige Vorteile:

  • leichte Anbringung an der gewünschten Stelle
  • leichtes Entfernen, wenn der Dämpfungspunkt doch nicht optimal war
  • vielfach wiederverwendbar
  • Moongel schädigt die Felle nicht, so wie z.B. das Gaffa Tape
  • Moongel ist "dosierbar", da man es, wenn das Pad zu groß ist, locker mit der Schere zurecht schneiden kann.

Hinweis: Wenn man die Pads sehr häufig anbringt und wieder abnimmt -  etwa weil man während der Gigs oder während der Proben die Dämpfung häufig variiert - verliert das Moongel irgendwann an Haftkraft. Diese lässt sich ab einem gewissen Grad auch mit einer Reinigung nicht wiederherstellen.
Daher empfiehlt es sich für "Viel-Wechsler" auch über die Verwendung von Control Rings (siehe 3.4) als Alternative nachzudenken.

Dämpfungsgrad : ebenso wie bei Gaffa Tape von leicht (bei zerschnittenen Padstücken) bis sehr ordentlich (bei einem oder mehreren ganzen Pads) dosierbar.



3.4. Control Rings / O-Rings

Control Rings sind (gleich denen die je nach Modell auch in das Fell eingelassen sein können) Kunststoffringe, die zur Abdämpfung der Obertöne einer Trommel dienen.
Sie dämpfen den gesamten äußeren Rand der Trommel, sind also nicht für das selektive Dämpfen wie Gaffa Tape oder Moongel geeignet.
Der Vorteil der separat zu kaufenden ist ganz klar der, dass man sie je nach Belieben mit einem Handgriff anbringen und wieder entfernen kann.

Dämpfungsgrad : sehr hoch. Solltet Ihr also starke Probleme mit nachklingenden Trommeln haben, könnten Control Rings das Mittel der Wahl sein.


Tip zum sparen : aus einem alten Fell kann man prima einen schmalen ca. 1-2 cm breiten Ring ausschneiden. Legt man diesen auf eine Trommel entsprechender Größe, erzielt man das gleiche Ergebnis wie mit einem "echten" Control Ring.

 

3.5. Dämpfungskissen für die Bassdrum

Oft sieht man im Kessel einer Bassdrum ausgemusterte Kissen oder Decken. Diese dienen der Dämpfung - meist des Resonanzfells. Möchte man hier auf die alte Sofaausstattung verzichten, kann man zu den speziellen Dämpfungskissen der großen Hersteller (Evans, DW, ...) greifen. Diese haben neben den besseren Optik oft den Vorteil, dass sie sich per Klettverschluss am

enstprechenden Fell fixieren lassen und somit auch den einen oder anderen Transport überstehen können ohne jedes Mal wieder an Ort und Stelle gerückt werden zu müssen.

Foto von zwei Kickpads des Herstellers Danmar

 

3.6. Kickpads für die Bassdrum

Kickspads sind im Grunde nichts anderes als eine Art Flicken, den man auf das Schlagfell der Bassdrum aufklebt - und zwar genau an der Stelle an der der Schlägel der Fußmaschine auftrifft. Dadurch erhöht sich der Anteil der für den Attack zuständigen Frequenzen und der klang der Bassdrum wird punchiger.

Netter Nebeneffekt des ganzen ist, dass das Schlagfell geschohnt wird und sich dessen Lebensdauer dadurch erhöhen kann.

4. Hilfsmittel

4.1. Drehmoment-Stimmschlüssel


Ein Drehmoment-Stimmschlüssel ist eine sehr praktische Angelegenheit. Wie ja bekannt ist, gehört zum guten Stimmen einer Trommel das gleichmäßige "überkreuz-Anziehen" der Stimmschrauben.
Im Eifer des Gefechts kann es aber schnell mal passieren, dass man nicht mehr weiß um wie viele Umdrehungen man die letzte Schraube angezogen hat. Dann ist es auch schwer die nächste genauso fest zu drehen. ;-)

Hier schafft der Drehmoment-Stimmschlüssel Abhilfe.
Im Prinzip funktioniert er genau wie ein Drehmoment-Schraubenschlüssel. Man gibt ein definiertes Anzugsmoment vor. Ist dieses erreicht, schlupft er durch. D.h. eine Mechanik greift ein und verhindert, dass durch weiteres Drehen des Schlüssel weiterhin Anzugsmoment auf die Schraube ausgeübt wird. Man kann sie also nur bis zu dem voreingestellten Wert anziehen.

Hat der eingestellte Wert nicht zu der gewünschten Stimmung geführt, erhöht man den Wert am Schlüssel und zieht alle Stimmschrauben erneut an.

In Anbetracht der Tatsache, dass diese Schlüssel für relativ wenig Geld zu haben sind (ab ca. 30 €), und dass sie einem erstens das Stimmen wesentlich erleichtern, sowie zweitens die Belastung der Spannböcke durch ungleichmäßiges Anziehen der Schrauben so gut wie ausschließen, sollte man so ein Ding eigentlich besitzen.

Hier einige Beispiele für Drehmoment-Stimmschlüssel verschiedener Hersteller :

  • Evans DATK torgue key
  • Drums and More Memo Key
  • Rhytm Tech Memo Key

 

4.2. Tama Tension Watch

Die Tama Tension Watch bestimmt die Fellspannung an der Stelle an der man das Gerät aufstellt. Der Wert kann auf der Skala als numerischer Wert abgelesen werden.

Das hat zwei Vorteile :

  • Wie beim Drehmoment Stimmschlüssel ist es somit möglich alle Spann-Schrauben absolut gleichmäßig anzuziehen.
  • Weiterhin kann man sich die Werte der eigenen Lieblingsstimmung notieren und sie somit (zumindest annäherungsweise) beim Aufziehen neuer Felle, sofern sie natürlich vom gleichen Typ sind, wieder herstellen.


Um bei jeder Stimmschraube gleich "Meßbedingungen" zu schaffen, empfiehlt Tama, das Gerät jeweils genau 1cm von der Stimmschraube entfernt aufzusetzen, die man gearde bearbeitet.