e-drums

In den 80er Jahren, als die Musik von synthetischen Klängen nur so strotzte, kamen Bemühungen auf nicht nur Klaviere, Streicher, Bläser usw. künstlich zu erzeugen, sondern auch die Drums.

Was als recht unbeholfene, kaum natürlich spielbare und schlecht triggernde Plastikpads anfing, hat sich im Laufe der Jahre zu ziemlich hochentwickelten Drum-Imitationen gemausert.

Heute kann man komplette Drumsets als "e" Variante - also e-drums - kaufen. Wie man zu ihnen allerdings steht ist eine Geschmackssache. Dazu aber weiter unten mehr.

Inhalt

  1. Funktionsweise von e-Drums
  2. Signalerzeugung am e-drum
    2.1.   (Trigger-)Pads
       2.1.1. Snare Pads
       2.1.2. Tom Pads  
       2.1.3. Bass Drum Pads
       2.1.4. Becken Pads
    2.2.   Meshheads
    2.3.   Trigger
  3. Klangerzeugung bei e-drums
    3.1.   Soundmodule
    3.2.   Sampler
       3.2.1.    Aufbau eines Samplers
       3.2.2.    Hardware Sample
       3.2.3.    Software Sampler
       3.2.4.    namenhafte Sampler Hersteller
  4. Vor- und Nachteile von e-Drums
  5. Mein Fazit zum Thema e-Drums

1. Funktionsweise von e-drums

Heutige e-drums funktionieren alle nach dem selben groben Prinzip :
Es wird ein möglichst realistische spielbares Imitat, der akustischen Version gebaut. Dieses besitzt integrierte Trigger (siehe unten). Je nach Schlagzeugteil welches imitiert werden soll, und nach Qualität des e-drums, können dieses durchaus auch mehrere pro Pad sein.
Die Trigger erkennen wie stark auf welche Stelle der Trommel / des Beckens geschlagen wird und senden die notwendigen Informationen an einen Klangerzeuger weiter. Dieser wertet die Informationen aus und erzeugt nach dem Ergebnis einen Sound, der am seinem Ausgang zur Verfügung gestellt wird.

 

2. Signalerzeugung am e-drum

2.1. (Trigger-)Pads

Wie oben erwähnt ist der erste Schritt zum e-drum Sound das Signal, das dem Klangerzeuger mitteilt, daß es etwas zu tun gibt. Die am häufigsten anzutreffende Variante sind wohl die so genannten Triggerpads. Sie sind in den verschiedensten Bauweisen und -qualitäten zu finden.
Aber vom Prinzip her alle ähnlich : Der Stick oder Schlägel (bei Bass Drum Pads) löst durch sein Auftreffen auf das Pad (erzeugt durch Piezowandler) einen Impuls aus, der später im der Klangquelle den Sound auslöst.

Und das funktioniert wie folgt :

Die einfachsten und somit gängisten e-drum-Pads und Trigger sind Piezo-Wandler.

"Der Effekt der Piezoelektrizität (auch piezoelektrischer Effekt oder kurz: Piezoeffekt, veraltet: Piëzo-) beschreibt das Zusammenspiel von mechanischem Druck (griech. πιέζειν – pressen, drücken) und elektrischer Spannung in Festkörpern. Er basiert auf dem Phänomen, dass bei der Verformung bestimmter Materialien auf der Oberfläche elektrische Ladungen auftreten (direkter Piezoeffekt)."
[...] Die dynamische Verformung [eines] Instrumentes (Vibration des Klangkörpers) wird in eine geringe Wechselspannung gewandelt. Die Spannung des elektrische Ausgangssignal ist dabei parallel zur Vibration, also zum Ton, und muss lediglich elektrisch verstärkt werden.

Quelle : Wikipedia, Piezoelektrizität

Vereinfacht gesagt, ist also ein Piezo-Wandler in der Lage eine Bewegung des e-drum-Pads oder Meshheads, in einen elektrischen Impuls umzusetzen, der dann widerrum genutzt wird, um in einem Klangerzeuger eine Aktion auszulösen - in diesem Fall den gewünschten Sound abzuspielen.

Da die Entwicklung der e-Drums stark vorangeschritten ist, und die Hersteller dem Drummer ein möglichst perfektes Spielgefühl bieten wollen, sind mittlerweile für jeden Einsatzzweck spezielle Pads zu haben. Die Zeiten in denen das gesamte Drumset aus baugleichen Pads bestand sind also (zumindest bei den höherwertigen e-Drums) vorbei. Und das ist auch gut so, wenn man bedenkt wie unterschiedlcih z.B. die Anforderungen an ein Bass Drum Pad im Vergleich zu denen eines Snare Pads sind. 

 

2.1.1. Snare Pads

Auf die Frage welches der Teile ihres Schlagzeuges wohl das wichtigste ist, dürften wohl die meisten (oder zumindest viele) Drummer mit Snare Drum antworten.

Deswegen, und auch begründet durch die vielfältigen Möglichkeiten eine Snare zu spielen, geben sich die Hersteller von e-drums bei den Snare Pads besonders große Mühe. Ein gutes Snare pad sollte die folgenden Anforderungen genügen :

  • Mindestens zwei Trigger (einer am Fell und einer im Rand). Nur so lassen sich besondere Spieltechniken wie der Rim-Click oder Rim-Shot zufriedenstellend verwirklichen.
  • Guter, natürlicher Rebound, da dieser für viele Techniken (wie zum Beispiel die Snare Drum Rudiments) von Bedeutung ist. Ein besonders natürliches Spielgefühl läßt sich hierbei mit Meshheads nachbilden.
  • Anschlagsdynamik, um die Feinheiten der spielerischen Dynamik abbilden zu können.
  • Gute Haltbarkeit, da eine Snare Drum wohl im Laufe seines Lebens so manchen Schlag mehr einstecken muß, als zum Beispiel Tom-Pads.

 

2.1.2 Tom-Pads

Tom-Pads sind, zumindest bei günstigen e-drums, meist die einfachsten Pads am Set. Meist bestehen sie nur aus einem anschlagdynamischen Ein-Trigger-Pad.

Bei hochwertigen e-drums sind sie ähnlichen komplex aufgebaut wie die Snare-Pads, also mit mindestens zwei Triggern und gegebenfalls ebenso mit Meshheads.

 

2.1.3. Bass Drum Pads

Bei Bass Drum Pads liegen die wichtigsten Anforderungen auf der Hand:

  • Sie müssen äußerst standfest sein, um nicht beim Spielen immer weiter vom Drummer wegzuwandern.
  • Sie haben eine erhöhten Bedarf an Stabilität, da das Pedal mit dem Schlägel wesentlich mehr "Eischlagskraft" entwickelt, als ein Stick.

Folglich sind gute Bass Drum Pads meistens sehr massiv verarbeitet und haben meist nach hinten ragende Streben mit Teppichspikes, um eine gute Standfestigkeit zu gewährleisten.

2.1.4. Becken Pads

Bei den Becken Pads eines e-drum ist es ähnlich wie bei einem Snare Pad : die Anforderungen sind sehr hoch :

  • Das Pad sollte äußerst haltbar sein,
  • es benötigt mehrere Trigger, um etwas zwischen Beckenfläche und -kuppe unterscheiden zu können
  • es muß auch spezielle Techniken wie das Choking (=Abstoppen des Beckens mit der Hand direkt nach dem Schlag) ermöglichen
  • es sollte möglichst natürlich bespielbar sein

Nicht umsonst widmen sich die Hersteller diesen Pads mit Hingabe und versuchen möglichst nahe an das Spielgefühl eines akustischen Sets zu gelangen.

Diese Bemühungen sind mittlerweile soweit vorangeschritten, daß es e-drum-Becken Pads aus echten Metalllegierungen gibt, die durch eine Beschichtung auf ein sehr leises Nieveau gedämpft werden, also fast lautlos, trotzdem wie ein "echtes" Becken spielbar und trotzdem in der Lage zu triggern sind.

Siehe zum Besipiel : Alesis - Surge Cymbals.

 

2.2. Meshheads

Das englische Wort "mesh" läßt sich wohl am besten mit "Geflecht" übersetzen. Und genau das sind Meshheads : "Felle" aus einem feinen Netzgewebe.

Meshheads haben gegenüber den häufig verwendeten Pads (s.o.) eindeutige Vorteile :

  • Sie lassen sich "stimmen". D.h. in Ihrer Spannung anpassen und somit auf den gewünschten Rebound einstellen.
  • Hierdurch kann man den Rebound eines "echten" Felles nahezu perfekt nachahmen, was dem ungeübten e-drum-Benutzer erlaubt einen Unterschied zwischen akustischem Drumset und dem e-drum annähernd zu kompensieren.
  • Sie lassen sich gelenkschonender als Pads spielen. Dies macht sich besonders bei einer nicht perfekten Technik (Die auch auf Pads das Spielen ohne bleibende Schäden möglich macht) bemerkbar.

 

2.3. Trigger

Beim Thema Drum-Trigger sind zwei grundlegend verschiedene Arten der Triggerung zu unterscheiden :

  1. Erstens : Trigger-Pads (siehe hierzu 2.1.) und
  2. zweitens triggern von akustischen Drumsets.

Da unter 2.1. ja schon die Rede von Trigger-Pads war, handelt das folgende nur vom triggern akustischer Trommeln.

Dies ist zum Beispiel interessant, wenn man ein Hybrid-Set (Mischung aus e- und Akustik-Set) aufbauen möchte, oder seinem Akustik-Set fette e-Drum effekte zufügen möchte.

Das Prinzip hierbei ist das selbe : ein Piezo-Wandler setzt die Bewegung des Fells in elektrische Impulse um, die dann genutzt werden, um am Klangerzeuger eine Aktion auszulösen.

Diese Piezo-Wandler werden aber beim Triggering auf das Fell (in einigen Fällen aber auch am Kessel) der Trommel geklebt. Schlägt man nun auf das Fell gerät dieses (sowie auch der Kessel) in Schwingungen, der Trigger tut seinen Dienst und sendet einen Impuls an den angeschlossenen Klangerzeuger.


Viele Hersteller entwickeln diese immer populärer werdende Technik weiter. So gibt es heute bereits Trigger die den Status des auf das Fell gekleisterten Billig-Bauteils weit hinter sich gelassen haben. Hochwertige Trigger bieten zum Schutz des Wandlers Carbon- onder Aluminiumgehäuse und werden (bei Fellabnahme) z.B. mit Hilfe einer Stimmschraube an Spannreifen oder auch unter dem Schlagfell, also im Kessel, befestigt. Auch das Triggerverhalten wird immer mehr verbessert, um z.B. das ungewollte Merfachtriggering (mehrfaches Auslösen des angeschlossenen Sampler-Sounds bei einem Schlag) zu minimieren.

Je nach Geschicklichkeit des FOH-Mischers kann man durch Triggering (etwa durch mischen des Natur Sounds und des getriggerten Sounds) extrem druckvolle und abgefahrene Ergebnisse erzielen. Die Frage ob dieses nötig und/oder erstrebenswert ist, oder ob der Drummer lieber versuchen sollte, die Möglichkeiten des Schlagzeugs und seiner Technik zu nutzen, um spektakulär zu spielen, muß hierbei jeder für sich selber beantworten.

Einige Beispiele für akustik Trommel Trigger :

  • Roland : RT-Series drum trigger´
  • Fishman : drum-trigger-ADT-100S (Kesseltrigger), Purple Microdot
  • ddrum : red shot trigger
  • Yamaha : DT-Serie

 

3. Klangerzeugung bei e-drums

Ist das Signal vom Trigger ausgelöst worden, muß es sinnvoll genutzt werden. In diesem Fall bedeutet das, zu einem Sound gemacht werden. Die passiert, indem das Trigger Signal in einer der der u.g. Soundquellen für das Erzeugen des Sounds sorgt.

3.1. e-drum- / Soundmodule

Hierbei handelt es sich im Grunde um eine Komplettlösung. Ein Soundmodul beinhaltet in kompakter Form alle notwendigen Komponenten :

  1. Die Buchse(n) zur Aufnahme des Trigger Signals
  2. Die Hard- und Software, die auf Grund des eintreffenden Triggersignals einen Sound "abspielt"
  3. alle möglichen Manipulationsmöglichekiten der Sounds durch den Drummer
  4. die Buchse(n) zur Ausgabe des Sounds

Wer also eine möglichst kompakte, einfache Lösung aus "einer Hand" möchte und keine Lust hat erst umständliche Konfigurationen an Hardware usw vorzunehmen, sollte auf jeden Fall einen genaueren Blick auf die erhältlichen Soundmodule werfen.

Vergleichen und Ausprobieren ist hier oberstes Gebot, da sich die verschienden Hersteller / Modelle stark in ihrem Funktionsumfang und auch der Qualität der Soundsdeutlich unterscheiden.

 

3.2. Sampler

Die Aufgabe eines Samplers besteht darin, auf Abruf (= Eintreffen eines Trigger Signals) einen vorher eingespielten Sound möglichst ohne Latenz und in hoher Audioqualität wiederzugeben. Beim Schlagzeug kann dieser Sound z.B. ein per Computer erzeugter Tom-, Snare-Sound oder eine besonders fette Hip Hop Bass Drum sein. Manch ein Drummer startet per Schlag auf das Trigger Pad aber auch den zehn Minütigen Begrüßungs-Jingle seiner Band. Sie sind somit ebenfalls wie dafür gemacht in ein e-Drum integriert zu werden.

 

3.2.1. Aufbau eines Samplers

Sampler stellt man sich am besten als Computer vor. Er besteht im groben aus den folgenden Komponenten :

  1. Eingang : meisten in Form einer 6,35mm Klinken- oder MIDI-Buchse gehalten. Über das an diesem Eingang angeschlossene Kabel erhält der Sampler vom Trigger das Auslösesignal.
  2. Wandler : dieser verarbeitet das eintreffende Triggersignal und läßt den Rest des Sapmlers entscheiden wie er den Sound in Bezug auf Dynamik, Länge usw. (auch beeinflußt durch vom Benutzer vorgegebene Faktoren) erklingen läßt.
  3. Speichermedium : Hier liegen die eigentlichen Sound-Samples als Audiodatei. In modernen Samplern werden Flashspeicher oder Festplatten verwendet.
  4. Wiedergabe-Teil : Dieser ist im Computer am besten mit dem Sound-Prozessor vergleichbar. Hier findet die eigentliche Wiedergabe des Sounds statt.
  5. Ausgang : Hier wird der der gesamplete Sound in Form von Audiosignalen an einer Buchse (meist 6,35mm Klinke oder XLR) zur Weiterverarbeitung bereit gestellt.


Eine Unterscheidung sollte bei diesem Thema nach Hardware- und Software-Samplern stattfinden.

 

3.2.2. Hardware Sampler

Ein Hardware-Sampler ist ein eigenständiges Gerät (meist im 19" - Format) das nur zu diesem einen Zweck gebaut wurde. Die Bauteile bei diesen Geräten sind nur auf diesen einen Zweck optimiert. Der Hardware-Sampler kann also nur eines : Samplen. Das dafür aber ziemlich gut. Nachteil ist, daß die unterschiedlichen Hersteller oft ihr eigenes Format benutzen, um die Samples zu speichern. Man soll also nicht glauben, daß man seinen Traum-Sound vom Yamaha-Sampler des besten Drummer Freundes einfach so auf seinen Akai-Sampler kopieren kann.

 

3.2.3. Software Sampler

Software-Sampler sind Computerprogramme. Diese sind in der heutigen Zeit, in der man auf jeder zweiten Bühne mindestens ein Notebook findet auf dem Vormarsch. Diese Programme nutzen die Hardware des Computers um ihre Arbeit zu verrichten. Hier liegt auch ihr Schwachpunkt. Ist die Hardware des Computers nicht leistungsfähig genug, wird auch das Sampling mit ihm keinen Spaß machen. Eine Latenz von wenigen Millisekunden (z.B. durch eine lausige Soundkarte) kann schon reichen, um einem das ultimative Drum-Sampling zu vermasseln. Ihr Vorteil liegt in der Universalität. Die meisten Software-Sampler verstehen die vielfältigsten Soundformate. Außerdem ist die Bedienung eines komplexen technischen Gerätes per Maus und 15" Screen mit Sicherheit komfortabler, als mit 10 Tastern und winzigem LCD-Display.

3.2.4. namenhafte Sampler Hersteller

  • Akai
  • E-MU
  • Ensoniq
  • Korg
  • Yamaha

4. Vor- und Nachteile von e-drums

Vorteile

  • Vielseitigkeit: Je nach Preisklasse können die zu einem e-Drum gehörigen Soundmodule viele hundert bis sogar tausende Drumsamples enthalten. Bei den hochwertigen Geräten lassen sich diese in den vielfältigsten Parametern manipulieren. Man kauft also einmal ein Drummodul und hat im Idealfall alle Snares, Toms, Bass Drums, Becken und Percussions die man jemals brauchen könnte in einer kleinen handlichen Verpackung zur Verfügung.
  • Lautstärke: Die Triggerpads, und ganz besonders Mesh-Heads, eines e-Drums erzeugen kaum Eigengeräusche. Alles was man hört ist das leise "Klacken", das ihr vielleicht vom spielen auf Practice Pads kennt. Dies kann besonders ein Vorteil sein, wenn man nicht in seinen eigenen vier Wänden wohnt und trotzdem bis spät in die Nacht üben möchte, ohne den Zorn seiner Mitmenschen auf sich zu ziehen.
  • Handlichkeit: E-Drums benötigen im Gegensatz zu akustischen keine Klangkörper. Sie sind also wesentlich kompakter. Dies macht sich natürlich bei jedem Transport positiv bemerkbar.
  • Berechenbarkeit / Reproduzierbarkeit : E-Drums klingen überall gleich, da ihre synthetisch erzeugten Klänge nicht von Faktoren wie dem Raum abhängen in dem sie gespielt werden. Dadurch weiß z.B. der bandeigene FOH-Mann (falls vorhanden) immer was ihn in Sachen Schlagzeug erwartet.
  • Kontrollierbarkeit: Hat Euer heißgeliebtes Akustikset einen Volume-Regler? Nein?! Meins auch nicht. Ein e-Drum schon. Dies hat gleich mehrere Vorteile. Erstens kann man den Pegel beim proben ganz extrem absenken, da sich nicht alle anderen Instrumente so laut drehen müssen, um das Akustikset zu übertönen. Zweitens kann beim Gig in einer Stahlbeton-/Glashalle (eine besonders ekelhafte Kombination wenn man dort zu mixen hat) bei Gefahr einer Übersteuerung des Drumsets auf der PA einfach per Fader das gesamte Set gezähmt werden, ohne daß sich irgendwelche klanglich negativen Aspekte ergeben.
  • Mikrofonierung / Aufnahme: Ein Akustikset vernünftig zu mikrofonieren, abzumischen und dann aufzunehmen dürfte zur höheren Schule der Tontechnik gehören. Beim e-Drumset ist das einfach...stecker rein...Aufnahme drücken...wohlfühlen...! Diese Tatsache macht z.B. Probemitschnitte zu einem Kinderspiel.

Nachteile

  • Klangqualität: Jeder Drummer mit einer einigermaßen brauchbaren Technik weiß, wie viele verschiedene Soundnuancen man aus einem Hihat oder einer Snare Drum kitzeln kann. Dies hat keines der e-Drums die ich bis jetzt gespielt habe leisten können. Sie sind halt durch das Prinzip des Triggering stark eingeschränkt.
  • Natürlichkeit des Klangs: Wie man anhand der Tatsache, daß e-Drums die Sound synthetisch erzeugen, vielleicht ahnen kann, klingen sie, trotz der fortschreitenden Technik, niemals wie ein "echtes" Set.
  • Spielbarkeit: Meiner Meinung nach spielen sich e-Drums nach wie vor nicht so gut wie ein akustisches Set.
  • Handgelenke: besonders die günstigen e-Drums (die die auf Pads basieren) bieten dem Stick oft einen ungewohnt harten Widerstand. Das führt dazu, daß bei dauerndem Spiel, und vielleicht nicht perfekter Handtechnik,  die Handgelenke stärker belastet werden, als bei akustischen Drums.
  • Kosten: Ein brauchbares e-Drum ist deutlich teurer als ein brauchbares akustisches Schlagzeug

5. Mein Fazit zum Thema e-Drums

Die meiner Meinung nach richtigste Antwort auf die Frage "E-Drums ja oder nein?" habe ich kürzlich gehört, als ich auf einem Workshop von Johnny Rabb anläßlich der Präsentation der neuen TD20 Modelle von Roland war.

Während des Workshops stellte einer der Besucher ihm die Frage was er bevorzugt akustische oder e-drums. Die Antwort war sinngemäß die folgende :

"Well, would you compare an electric guitar to an acoustic one?"

Kernaussage dieses Satzes ist, daß man ein e-drum nicht als Ersatz oder Kopie eines akustischen Schlagzeuges sehen sollte, sondern als eigenständiges Instrument - mit anderen Einsatzgebieten, Voraussetzungen, anderen Stärken aber auch anderen Schwächen.

Ich persönlich spiele eine Art "Hybrid-Set" : ein akustisches Schlagzeug als Basis und diverse Triggerpapds + Soundmodul, um die Vorteile beider Varianten vereinigen zu können.