Toms

Toms1. Allgemeines

Die Toms sind (neben der Snare Drum) diejenigen Trommeln die per Stick bedient werden. Sie dienen zum spielen von Fill-ins, also Patterns die z.B. verwendet werden, wenn in einem Stück von der Strophe in den Refrain übergeleitet werden soll. Weiterhin werden sie z.T. sehr exzessiv in Soli benutzt. Häufig hört man aber auch Schlagzeugpassagen in denen der Drummer die Toms benutzt, um einen Groove zu führen. Dann werden etwa die Achtelnoten auf dem tiefsten Tom statt auf Hihat oder Ride Becken gespielt, was dem Groove etwas animalisches verleiht ;-).

Ursprünglich wurden die beiden kleinsten Toms am Set befestigt, indem eine Haltevorrichtung durch eine Manschette in die Bass Drum gesteckt wurde (daher auch ihr Name : Hängetoms). Ein größeres Tom stand auf eigenen Beinen neben dem Set (Standtom).
Bei vielen Schlagzeugen ist dies nach wie vor der Fall, allerdings wurden im Laufe der Zeit viele andere - ausgefeiltere - Lösungen entwickelt. Dazu mehr im folgenden.

2. Tom Aufhängung

Einige Teile des Schlagzeugs, so speziell die Toms erfordern Halterungen, die es möglich machen sie mit Hilfe von Hardware an Stativen oder Racks zu befestigen. Im Laufe der Zeit, mit der Entwicklung des Sound-Bewußtseins der Drummer, traten hierbei einige gravierende Änderungen auf.

 

2.1. Aufhängungen mit Kesselbohrungen

Die ursprüngliche Art der Befestigung war simpel : Es wurde einfach ein Loch in den Trommelkessel gebohrt, dieses mit einer Rosette verstärkt und die Hardware einfach durch die Rosette in den Kessel gesteckt.

 

2.2. aufgeschraubte Halterungen

Sollte der Kessel nicht großflächig "beschädigt" werden, wie es bei den in den Kessel ragenden Systemen durch die notwendige Bohrung der Fall ist, verzichtete man auf diese und befestigte die Halterungen mit mehreren kleinen Schrauben an der Oberfläche des Kessels.

2.3. Gründe für ein Umdenken

Als dann die Drummer und die Schlagzeugkonstrukteure begannen über Kesselmaterialien, -bauformen, Gratungen, Felle usw. nachzudenken, und somit ihren Wunschsound immer konkreter umsetzen konnten, kam auch die Frage auf, wie man den Sound der Kessel möglichst unverfälscht wiedergeben kann.

Wie Ihr Euch sicherlich denken könnt, war ein Loch im Kessel nicht das Mittel der Wahl hierfür. Die Nachteile dieser Befestigungsmethode liegen auf der Hand :

  1. Die Eigenresonanz des Kessels wird durch die Bohrung massiv verändert.
  2. Die Hardware die in den Kesssel ragt, verändert  die Luftsäule die sich  beim Schlag in der Trommel bewegt, was wieder einen Eingriff in den Originalklang der Trommel darstellt.
  3. Die Rosette, die die Bohrung stabilisiert, beschwert den Kessel und dämpft seine Schwingung.

Auch die geklebten Halterungen waren nicht wirklich besser. Um die mechanische Belastung aufzufangen, waren sie recht großflächig. Sie wirkten auf den Kessel also wie ein großer, von außen aufgeklebter, Dämpfer der massiv die Resonanz des Kessels beeinflußte.

Die Überlegungen gingen also dahin, daß man ein Aufhängesystem bauen mußte, das entweder besonders kleinflächig am Kessel angebracht ist, oder eines das ohnehin an der Trommel vorhandene Befestigungspunkte nutzt, um das Tom daran aufzuhängen.

Die ersteren verschwanden nach kurzer Zeit weitgehend wieder, da man feststellte, daß auch noch so kleine "Aufbauten" am Kessel seinen Klang verfälschten. Übrig blieben also die zweiteren.

Heute üblich sind diverse Ansätze der verschiedenen Hersteller, die ich Euch im folgenden kurz vorstellen möchte.

 

2.4. freischwingende Tomaufhängungen

2.4.1. PureCussion RIMS

Gauger Percussion Incorporated wurde 1980 von Gary Gauger gegründet. Er ist ein professioneller Drummer und erkannte das Problem :

 

"I knew the problem existed when I bought my first drum kit in 1959. Removing the tom from the mount resulted in a fuller more sustained sound. When it was replaced, the sound was 'choked' or 'dead'. I realized that most of the drum resonance was lost. Eventually, as a professional musician involved in recording, my goal became to recapture the resonance my drums were losing."
(Quelle : http://www.gaugerpercussion.com/)


Gesagt getan entwickelte er das bis heute viel verwendete RIMS System (welches zuerst nur von DW für nützlich befunden wurde ;-)).

Es ist simpel wie genial. Gauger machte sich zur Aufhängung der Toms schlicht und einfach die Stimmschrauben der Trommeln zu nutze. RIMS ist ein halber Metallring, der in seinem Durchmesser genau dem des aufzuhängenden Tom angepaßt ist. Er wird einfach an den Spannschrauben der Trommeln befestigt. An diesem Halb-Ring wiederrum wird dann das eigentliche Befestigungssystem des Toms angebracht.
Die Aufhängung machte also keine Bohrungen und/oder An- / Aufbauten am Kessel mehr nötig, und erlaubte dem Kessel wesentlich freier zu schwingen, als es bei den herkömmlichen Systemen der Fall war.


2.4.2. Pearl I.S.S.

Nach einer Weile erkannte dann auch die anderen namenhaften Hersteller die Vorteile dieser Aufhängungen und brachten eigene Systeme auf den Markt.
Viel verwendet ist heute z.B. noch das I.S.S. von Pearl. Dieses besitzt je nach Modell zwei oder mehr Klammern. Diese werden an den Spannreifen geklammert und mit einer Schraube pro Klammer an diesem fixiert. Vorteil von I.S.S. gegenüber RIMS dürfte die Tatsache sein, daß man I.S.S. an- und abbauen kann, ohne die Stimmschrauben lösen zu müssen.


2.4.3. weitere freischwingende Systeme

Neben den oben genannten Systemen sind noch viele weitere am Markt, die sich im Grunde alle die Stimmschrauben oder den Spannreifen als Basis der Befestigung zu Nutze machen.

Um noch einige namentlich zu nennen :

* Pearl - OptiMount
* Gibraltar - GTS
* Sonor - TAR-Mount
* Magnun - Bowmount